
Zum Glück blieb uns Marcel Reich-Ranicki in den letzten Jahren weitgehend erspart – zumindest im Fernsehen. Er durfte noch einmal beim Deutschen Fernsehpreis und anschließend bei Thomas Gottschalk poltern, aber sonst war man froh, dass der Mann sich mit Kanon-Schmiede und seiner überflüssigen Kolumne in der FAS begnügte. Nun aber ist er wieder auf die Mattscheibe zurückgekehrt. Doch ist es nicht MRR selbst, der sich darstellen darf, Matthias Schweighöfer macht das für ihn in der Verfilmung der Autobiografie “Mein Leben”.
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In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gibt es eine Kolumne, die ich immer wieder lese, obwohl ich sie nicht ausstehen kann: “Fragen Sie Reich-Ranicki”. Das Prinzip ist einfach: Leser dürfen Marcel Reich-Ranicki eine Frage zur Literatur stellen und der Kritiker gibt seinen Senf dazu. Aber statt auf die Fragen seiner Fans einzugehen, tut Reich-Ranicki das, was er schon immer getan hat: Er gibt den mürrischen Despoten, der seinen Lesern unmissverständlich klar macht, dass ihm das alles zu dumm ist. Die Frage, die sich mir stellt ist: Warum gibt es diese Rubrik überhaupt?