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Lieber Leser,
nachdem ich genug gelesen und auch selbst erlebt habe, schrieb ich einen Roman. Dabei folgte ich dem ästhetischen Prinzip der Intertextualität (näheres dazu bei Julia Kristeva et al.). Um aus gegebenem Anlass der Möglichkeit eines Plagiatsvorwurfs zu entgehen, sehe ich mich genötigt, gleich im Vorfeld meine Quellen zu nennen.
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Der Schwachsinn geht weiter: In der Debatte um Helene Hegemanns “Axolotl Roadkill” hat die FAZ heute den Autor der Plagiatsvorlage herbeizitiert, einen Blogger namens “Airen”. Ein anderer Blogger, “Glam”, schiebt in der selben Ausgabe ein Manifest des Bloggens hinterher. “Echt” ist das Wort der Stunde. Eine Entgegnung.
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Fraget nun wen ihr auch wollt mich werdet ihr nimmer erreichen
Schöne Damen und ihr Herren der feineren Welt!
Ob denn auch Werther gelebt? ob denn auch alles fein wahr sei?
Welche Stadt sich mit Recht Lottens der Einzigen rühmt?
Ach wie hab ich so oft die törigten Blätter verwünschet,
Die mein jugendlich Leid unter die Menschen gebracht.
Wäre Werther mein Bruder gewesen, ich hätt ihn erschlagen,
Kaum verfolgte mich so rächend sein trauriger Geist.
So klagte Goethe 1788 in seinen Römischen Elegien über den Werther-Kult seiner Zeit. Bis heute wird er von diesem Geist verfolgt, wenn immer noch “Die Leiden des jungen Werther” mit denen seines Autors verglichen werden. Und selbst die Autoren von heute bleiben nicht davon verschont, dass ihre Werke nach Autobiografischem abgegrast und als “Spiegel der Seele” betrachtet werden. In der Debatte um Helene Hegemanns Roman “Axolotl Roadkill” kann man das erneut beobachten: Die Verwechslung von Realität und Fiktion.