
Skandal: Der Flughafenausbau soll eine Stätte der Menschheitsgeschichte zerstören – das will ein Bürgerverein aus Eddersheim entdeckt haben. Doch die Glaubwürdigkeit der «Beweise» ist dürftig.
Schlechte Aussichten für die Gegner des Flughafenausbaus: Der Wald wird gerodet, der erste Spatenstich für die neue Landebahn wird heute gesetzt. Das oberste hessische Verwaltungsgericht in Kassel sieht kaum rechtliche Chancen, die geplante Landebahn Nordwest zu verhindern. Doch der Verein «Bürgerinitiative für Umweltschutz Eddersheim» schüttelt nun ein letztes Ass aus dem Ärmel. Rettung verspricht die alte «Dame von Kelsterbach»!
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17 Uhr, Willy-Brandt-Platz. Ein junger Mann mit dunkler Haut und einer neogelben Weste sitzt auf einer steinernen Bank. “News from Home” steht auf der Weste. Neben ihm liegt ein Stapel Zeitungen. Die fremde Schrift gibt nur zu verstehen, dass die Zeitung von weit her kommt. Der Mann, der sie verkauft, heißt Delan. Zwanzig Jahre ist es her, seit er aus Sri Lanka nach Deutschland gekommen ist – als Flüchtling. Nun sitzt er hier als Freiwilliger bei der Kunst-Performance von “Playing The City” und versucht Ausgaben einer Zeitung aus seiner alten Heimat für 2,50 Euro an den Mann zu bringen. “Ich habe heute noch keine einzige Zeitung verkauft,” sagt er in akzentfreiem Deutsch. Er selbst kann die Schrift der Zeitung nicht lesen. Delan glaubt nicht, dass er heute noch eine Ausgabe verkauft bekommt, bezahlt wird er für das Warten auf Kundschaft auch nicht. Delan sitzt hier für die Kunst – um die Ideen anderer zu verwirklichen. “Ich helfe, wo ich kann.” Vielleicht kommt noch jemand in den nächsten zwei Tagen. Hoffentlich haben die anderen Zeitungsverkäufer (Baseler Platz/Gutleustraße, Berliner Straße/Kurt-Schuhmacher-Straße, Mörfelder/Darmstädter Landstraße) heute mehr Glück gehabt.
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Was macht man mit einer Gießkanne, einem Bügeleisen, einer Säge und einem Haufen von Eisquadern? Zum Beispiel die Schirn auf Eis legen. So begann die milde Nacht der Museen eisgekühlt am frühen Abend. “Schirn on the Rocks” lautete das Motto eines weiteren “Playing the City”-Happenings, bei dem ein zwölfköpfiges Team im Hof der Kunsthalle die Eisblöcke zu einer Skulptur aufstellte. Die Idee geht zurück auf Allan Kaprow, der die Aktion bereits 1967 unter dem Titel “Fluids” inszeniert hat. Besonders spektakulär war die U-förmige Wand zwar nicht, sah aber trotzdem ziemlich cool aus. Und außerdem zählt das Ereignis, denn etwas derartiges passiert nicht alle Tage. Schön gemacht!
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Ein Nachmittag in Frankfurt. Ein Mann legt sich auf eine Parkbank am Willy-Brandt Platz. Abwechselnd fasst er sich an die Stirn und streckt senkrecht den Arm aus. Davor kauert eine Gruppe von fünf Leuten auf dem Pflaster, in der sich jeder eine Schablone aus Pappe vor sein Gesicht hält. Was ist hier los? Hier passiert gerade Kunst.

Ein riesengroßes Etwas bläht sich auf. Es passt kaum unter den ‘Tisch’. Es ist weiß und rund – es ist Kunst. Das “Küchenmonument” der Berliner Architekten Raumlabor ist nichts weiter als ein Objekt aus aufgeblähter Plastikfolie. Gestern Abend bildete es an der Schirn Kunsthalle in Frankfurt den Auftakt zu einer Reihe von Kunst im städtischen Raum: “Playing the City” lautet das Motto, unter dem bis zum 6. Mai Aktionskunst vor allem jenseits der Ausstellungsräume stattfinden wird.
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Zum 200. Geburtstag Heinrich Hoffmanns gibt es den Struwwelpeter mal anders: 12 Poskarten werben mit ziemlich schrägen Varianten der Gestalten aus dem Kinderbuch, das 1845 erstmals erschien, für den Hoffmann-Sommer in Frankfurt, der am 29. April startet. Studenten der Hochschule für Gestaltung in Offenbach (HfG) haben die Reihe entworfen und bald schon sollen die Motive großformatige Plakate in Frankfurt zieren. Der Struwwelpeter tritt nackt auf und verschlingt seine überdimensionale Mähne, Paulinchens Katzen kotzen statt zu weinen, dem Daumenlutscher wachsen die Daumen zum Auge und Ohr hinaus, bei Hansguckindieluft vernkoten sich die Sehnerven zu einem Knäuel. Wie gesagt: Ziemlich abgefahren. Die Motive sind zwar Geschmackssache, aber immerhin ein Hingucker – und das ist auch der Sinn der Aktion.
Doch kaum hat man sich kreativ etwas aus dem Fenster gelehnt, gibt es wieder Protest. Die Motive der Postkarten erwecken Anstoß. So war in der FNP vom 16.4.2009 zu lesen:
Marion Herzog-Hoinkis, gemeinsam mit ihrem Mann Gründerin des «Struwwelpeter-Museums», spricht von «Unkultur» und hält die Aktion als Ehrung Hoffmanns in seiner Heimatstadt für «nicht geeignet». Die Serie sei zwar «als Experiment o. k.», leider aber «nicht sehr geistreich» und «eindeutig untauglich für Struwwelpeter-Liebhaber und Kinder»
Die Argumente sind alles andere als einleuchtend. Denn es ist höchst umstritten, ob der Struwwelpeter überhaupt für Kinder geeignet ist. Ein Buch, in dem Kinder auf alle erdenklichen Arten grausame Tode erleiden oder verstümmelt werden, scheint nicht gerade erbauliche Lektüre für zarte Gemüter zu sein. Aber so ist das nun mal mit Heinrich Hoffmanns Klassiker: Es ist ein Buch, das noch viele weitere Generationen spalten wird. Es bleibt abzuwarten, wie die Wissenschaft in ihrer Vorlesungsreihe an der Goethe-Uni das Thema neu aufarbeiten wird (ab 29.April). Die Werbeaktion der Stadt Frankfurt hat es geschafft, das Diskussionspotenzial des Struwwelpeters in die heutige Zeit zu übertragen. Wenn die Motive der Postkarten Anstoss erregen, dann haben sie ihren Zweck erfüllt.
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Er war Hans Esser bei der Bild-Zeitung, er war der türkische Gastarbeiter Ali und zuletzt war er als Obdachloser auf der Straße unterwegs: Günter Wallraff hat viele Gesichter und eine große Fangemeinde. Doch in Frankfurt hat er sich zuletzt nicht gerade beliebt gemacht. Seine Reportage im Zeit-Magazin über die Obdachlosen in deutschen Großstädten sorgte Anfang März für Aufsehen und Kritik. Das Frankfurter Containerdorf am Ostpark wurde darin als «eine der verrufeneren Unterkünfte in Deutschland» bezeichnet, nur blieb Wallraff nähere Erklärungen schuldig.
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Friedrich Stoltze hätte sich gefreut: Die bekanntesten Zeilen seines Frankfurt-Gedichts zieren nun auch eine Hausfassade. “Es will merr net in mein Kopp enei/Wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei” steht nun an der Ecke Reuterweg/Wolfsgangstraße zu lesen. Selbstverständlich in weiß und rot. Handelt es sich um lokalpatriotische Engstirnigkeit oder um ein Plädoyer für die Frankfurter Mundart? Findet die Literatur jenseits von Dichterdenkmälern einzug in das Stadtbild oder müssen jetzt auch schon die plumpesten Verse als Fassadenzierde herhalten? Wie dem auch sei: Lokalpatriotische Bekenntnisse in der jeweiligen Mundart scheinen immer noch zu ziehen – allem Weltstadtcharakter zum Trotz. Der Weltbürger sieht in der Übertreibung des Gedichts die Ironie. Es ist zu befürchten, dass manche diese nicht erkennen.
Stoltzes Gedicht in voller Länge: …weiterlesen
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Über 90 Hochhäuser sind nicht genug: Frankfurt bekommt ständig Zuwachs an Büroetagen, obwohl es schon jetzt zuviele davon gibt. Wo soll das hinführen? Ein Lösungsvorschlag.