Frankfurt spielt die Stadt
Dienstag, 21. April 2009, 00:55
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Schirn Kunsthalle Frankfurt: Playing The City

Ein riesengroßes Etwas bläht sich auf. Es passt kaum unter den ‘Tisch’. Es ist weiß und rund – es ist Kunst. Das “Küchenmonument” der Berliner Architekten Raumlabor ist nichts weiter als ein Objekt aus aufgeblähter Plastikfolie. Gestern Abend bildete es an der Schirn Kunsthalle in Frankfurt den Auftakt zu einer Reihe von Kunst im städtischen Raum: “Playing the City” lautet das Motto, unter dem bis zum 6. Mai Aktionskunst vor allem jenseits der Ausstellungsräume stattfinden wird.

Küchenmonument
Das Küchenmonument

Aufgepasst, Frankfurt! Künftig werden Künstler die Stadt mit Performances, Installationen und Guerilla-Aktionen unsicher machen. Museumsdirektor Max Hollein hat es bereits angekündigt: Es könnte passieren, dass man es als Passant plötzlich mit Kunst zu tun bekommt, wo man es nicht erwartet. Wenn plötzlich jemand anfängt, “You Can’t Always Get What You Want” von den Rolling Stones zu singen, wenn bei der Nacht der Museen Eisklötze vor der Schirn gestapelt werden, wenn Menschen mit seltsamen Rucksäcken durch die Straßen rennen – dann wird gerade “Stadt gespielt”. Man darf gespannt sein, mit welchen Überraschungen das Projekt noch aufwartet.

Im Küchenmonument erwartet Max Hollein die Gäste
Im Küchenmonument erwartet Max Hollein die Gäste

Max Hollein erklärt Playing The City
Max Hollein erklärt Playing The City, daneben Kurator Matthias Ulrich

Der Notausgang im Küchenmonument
Der Notausgang im Küchenmonument

Schon jetzt konnte man einen ersten Eindruck bekommen, was die Stadt Frankfurt in den nächsten Tagen erwartet. In der sogenannten “Zentrale”, die sich in der Schirn selbst befindet und in welche der Eintritt frei ist, werden die Aktionen koordiniert. Hier sind auch Zeichnungen von Rirkrit Tiravanija und andere Kunstobjekte ausgestellt. So zum Beispiel “Rucksäcke” (von Nasan Tur) mit dem nötigen Zubehör für eine Demo, zum Kochen oder zum Musikmachen. Gegen Pfand kann man diese ausleihen und selbst zum Aktionskünstler werden. Die Surfbretter auf den gestapelten Bierkästen (von T. Hunt und C. Panzer) sollen bald als mobile “Consume Bar” dienen.

Das alles klingt verrückt – doch vor allem macht es neugierig. Die Schirn überschreitet Grenzen, indem sie die Kunst nach draußen trägt. Die Kunst wird zum Happening, sie tritt nur für den Moment in Erscheinung und verschwindet gleich darauf. Diese Flüchtigkeit sollte die Aufmerksamkeit besonders schärfen, auf dass dem Kunstinteressierten das Erlebnis nicht entgeht. Hoffentlich werden die Aktionen glücken, gut ankommen und im Gedächtnis bleiben. Wäre doch schade, wenn eine so interessante Idee nichts weiter wäre als ein Gebilde aus Plastik und Luft.

Mehr Infos: http://www.playingthecity.de
Blog: http://playingthecity.schirn-kunsthalle.de/blog/

Die Zentrale von Playing The City

Auf dem Boden: Poster von Rosemarie Nitribitt
Auf dem Boden: Poster von Rosemarie Nitribitt

In der Zentrale
In der Zentrale

Demo-Equipment
Demo-Equipment

Küchenequipment
Küchenequipment

Ein Surfbrett auf Bierkästen
Ein Surfbrett auf Bierkästen

Auf dem Tisch
Auf dem “Tisch”