
Nach “Playing the City” geht es weiter mit der Straßenkunst in Frankfurt. “toll ffm”, ein Projekt der Künstlergruppe “spezialLabor”, ist die wohl ungewöhnlichste Galerie in der Stadt.
Die Fahrgasse ist um eine Galerie reicher. Doch der neue Ausstellungsort ist nicht in einem Laden zu finden, sondern direkt auf der Straße. Ein weißer Kasten aus Beton von etwa einem Meter Kantenlänge, mit schwarzen Ornamenten bemalt, steht auf dem Gehweg vor dem Haus Nummer 12 − ein ehemaliger Blumenkübel. Blumen findet man darin keine mehr. Stattdessen liegt auf dem Kasten nur eine Scheibe aus Plexiglas, durch die man die Ornamente auch im Inneren sehen kann. Mehr ist nicht drin: Die Kunst ist der Ausstellungsraum selbst.

Peinlich, peinlich! Der Frankfurter Anthropologe Reiner Protsch von Zieten hat gestanden. Unterschlagung und Veruntreuung, Fälschung – die Liste seiner Vergehen ist lang. Protsch hat eine Freiheitsstrafe auf Bewährung ausgehandelt. Die Anschuldigungen haben sich bestätigt – und das ist kein Wunder. Enttäuscht dürfte nur sein wahrscheinlich einziger Fanclub sein. Enttäuscht und blamiert. Die “Bürgerinitiative für Umweltschutz Eddersheim” steht jetzt doof da. Der Verein hatte Protsch ins Feld geführt, um zu beweisen, dass der 1952 im Kelsterbacher Wald gefundene Schädel aus der Steinzeit stammt und dass die Fundstätte denkmalgeschützt werden müsse. Damit wollten die übereifrigen Bürger in letzter Minute den Ausbau des Frankfurter Flughafens verhindern. Dazu haben sie sogar Protsch als Wissenschaftler rehabilitieren wollen. Der Eklat um den Professor sei ein “Wissenschaftskrimi”, eine Verschwörung gegen den armen Protsch. Klar, dass das nicht geklappt hat. Spätestens jetzt wissen alle warum. Als ich im Mai über diese Verzweiflungstat geschrieben habe, musste ich mir noch einen bösen Kommentar gefallen lassen. Nun kann ich es mir nicht verkneifen: Lieber Herr Wolf, falls es Sie interessiert: So sieht seriöse Recherche aus.

Steven Soderbergh hat Che Guevaras Leben verfilmt. Wird die Ikone dadurch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt? Kommen jetzt die ganzen Träger von Che-Shirts und Buttons zur Vernunft, wenn sie die Wahrheit über ihren vermeintlichen Helden erfahren? Nein! Angeblich macht der Film Schluss mit dem Mythos Che, doch es wäre schon viel gewonnen, wenn er überhaupt etwas richtig angehen würde.
Stattdessen hält er sich von allem so fern, dass die Handlung einen kalt lässt. Statt Anteilnahme gibt es nur Langeweile. Eine zusammenhanglose Aneinanderstückelung von Erzählelementen, die ständig in den Zeiten herumspringt, schafft den Rahmen für nichtssagende, statische Bilder aus dem kubanischen Dschungelcamp. Che sitzt herum, Che sagt etwas Schlaues über seine Philosophie, Che mal hart, mal sanft, Che kämpft im Krieg – das alles wird so distanziert (und uninspiriert) dargestellt, dass man sich fragt: Na und? Entweder gibt der Stoff nicht viel für einen Film her (was unwahrscheinlich ist) oder Regisseur Soderbergh hat einfach nur versagt. Ärgerlich sind auch die grobkörnigen Bilder bei Zeitsprüngen, dazu Schwarzweißbilder mit unruhiger Handkamera bei post-revolutionären Darstellungen – Stilmittel, die ausdrücken: Seht, dies ist ein Kunstfilm! Nein, dieser Film ist ein Machwerk. Über die auf den Plakaten angepriesene Geschichte des Che erfährt man nicht viel: Motive und Hintergründe werden ausgespart, alles andere nur fragmentarisch angedeutet. Schon seltsam, wenn eine Revolution kein Interesse weckt. Man ist am Ende froh, wenn sie endlich vorbei ist. Wer braucht einen solchen Film? Niemand.
Fazit: Che – Revolución ist der ein erster Teil, der keinen zweiten braucht. Besser ist, man bleibt bei The Motorcycle Diaries (dt. Die Reise des jungen Che). Ches Jugend wird wesentlich fesselnder dargestellt, als die Jahre, die ihn berühmt machten. Eine vertane Chance.
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Böse Zungen behaupten, der neu gestaltete Komplex Rossmarkt-Goetheplatz-Rathenauplatz in Frankfurt sei hässlich. Aber als öffentlicher Raum scheint er sich zu etablieren. Gestern war zumindest ziemlich viel los. Auf dem Rossmarkt feierte man Galizische Woche, auf dem Goetheplatz fand sich eine kleine Gruppe Demonstranten für Burma zusammen und auf dem Rathenauplatz standen sich ein Atheisten- und ein Christenbus gegenüber. Zum Schluss kam noch ein Preuße. Ein denkwürdiger Tag.

Was haben nur alle gegen den neuen Terminator-Film? Sowohl FAZ/FAS als auch Franfkurter Rundschau haben Terminator – Die Erlösung verrissen. Dabei ist der Film nichts weiter als spektakuläre Action vor finsterer Kulisse. Das war schon in den anderen Filmen so, nur dass diesmal die Handlung in der Zukunft spielt. Wo liegt also das Problem? Eine Verteidigung gegen die Kritiker.